Jahreslauf

40Im Waldorfkindergarten erleben und feiern wir folgende Feste:

Januar: Drei Könige
Februar/März: Fasching
März/April: Ostern
Mai/Juni: Himmelfahrt und Pfingsten
Juni/Juli: Johanni, Sommerfest und der Abschied der Schulkinder
Juli/August: Ferienzeit/Ferienbetreuung
September: Erntezeit
Oktober: Michaelizeit (Drache, Schwert, Kräftemessen)
November: Martinsfest
Dezember: Adventszeit und Adventsgärtlein

Im Waldorfkindergarten werden die Jahreszeiten und die christlichen Jahresfeste erlebt, z. B. durch die Gestaltung des Jahreszeitentisches. Hier wird das Erleben der Natur im Raum ermöglicht. So findet man im Frühling helle grüne Farben vor, das Ostergras wächst und bald hüpfen auch die ersten Häschen herbei. In der Adventzeit wird man hier Maria und Josef unterwegs auf ihrem Weg zum Stall sehen.

Die Kinder erleben die Jahreszeiten besonders intensiv in der Gartenzeit und am Waldtag: Die Kinder können in der Natur verweilen: es werden Schnecken, Käfer, Würmer, Raupen und Ameisen entdeckt und beobachtet. Schnee, Regen, Wind und die heiße Sonne im Sommer zeigen uns das Spiel des Wetters. Im Spiel mit den Elementen erleben sie sich selbst jeden Tag neu. So hat das Jahr seine verschiedenen Zeiten und Feste und gibt den Kindern dadurch die Sicherheit und das Vertrauen zu wissen, was geht und was kommt.

Aber auch im Reigen, im rhythmisch gestalteten Teil des Tages, wird in Liedern und Sprüchen das Jahr begleitet. So geht zum Beispiel zur Erntezeit der Bauer aufs Feld, mäht das Getreide, drischt es und bringt es zum Müller. Der wird es in der Mühle mahlen und der Bäcker bäckt aus dem gewonnenen Mehl ein feines Erntebrot.

Immer wiederkehrende Rhythmen, wie Lieder, Geschichten aber auch Feste sind „Rituale“ und lassen das Kind sich schon im Vorfeld auf das nächste Fest freuen. Mit der Vorbereitung auf ein Fest wächst auch die Vorfreude, die sich dann im Höhepunkt, dem Erleben der Feier, entlädt. Dann klingt das eine Fest aus und die Vorbereitung aufs nächste kann beginnen.
In der zeitlichen Ordnung des Jahres leben die Kinder im Waldorfkindergarten so von einem Fest zum nächsten. Durch das intensive Begleiten ihrer Tätigkeiten erleben sie auch die Traditionen, an denen sie selbst entdecken können, was als nächstes kommt. So werden, wenn die Tage kürzer werden und die Nächte länger, bald die Laternen gebastelt. Im Reigen werden Lieder erklingen, die die älteren Kinder aus dem letzten Jahr wiedererkennen, wie zum Beispiel „Laterne, Laterne, leuchtet wie die Sterne…“. Auf den Jahreszeitentisch kommen die kleinen Helfer, die Zwerge, aus ihren Verstecken und leuchten uns mit ihren kleinen Laternen dem Laternenfest entgegen. Sind alle Laternen gebastelt, findet das Laternenfest statt. Dann treffen wir uns wenn es dunkel wird mit den Eltern und Kindern und leuchten mit unseren Laternen in die Nacht. Am Ende teilt jeder von uns noch den Martinswecken mit einem Freund, so wie St. Martin in der Geschichte seinen Mantel mit dem Bettler teilt. So kommen die christlichen Impulse der Feste hinzu. In der Advent- und Dreikönigszeit hat das Weihnachtsspiel seinen Platz:
jedes Kind darf einmal die Maria, der Josef, ein Hirte oder eines der Schäfchen sein. Man kann erkennen, dass ein Jahr voll ist mit Festen, deren Vorbereitung und dem Erleben.